Luchse und Hunde

Der Pfälzerwald gilt nicht nur wegen seines Reichtums an Beutetieren als gut geeignet für die Wiederansiedlung der Luchse. So sollen in den kommenden sechs Jahren insgesamt 20 Luchse im Pfälzerwald ausgewildert werden. Den Medienberichten zur Folge wurden vor 2 Wochen die ersten drei Tiere in der Nähe von Hochspeyer der Natur überlassen. Wer aber jetzt nach den Luchsen Ausschau halten möchte, der wird höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Denn die Tiere gelten als sehr scheu und halten sich von Menschen fern.

Trotzdem stellt sich mancher Hundebesitzer mit Recht die Frage, ob die Anwesenheit der Luchse eine Beeinträchtigung beim täglichen Waldspaziergang mit dem Hund darstellt, und was muss er tun, wenn ihm eines der Pinselohren im Wald begegnet ?

Dass Luchse Hunde angreifen, weil sie sie als Beute betrachten, dürfte wohl nur extrem selten der Fall sein.

 

Das Verhältnis von Luchsen und Haushunden ist allerdings nicht einfach zu beschreiben. Alle bisherigen Beobachtungen deuten darauf hin, dass Luchse häufig schon das Gebiet verlassen, wenn sie das Gebell von Hunden hören. Einer Auseinandersetzung mit einem Verfolger stellt ein Luchs sich in der Regel erst, wenn er keinen Ausweg mehr hat (und er auch nicht auf einen Baum fliehen kann). Ein Luchs verteidigt sich dann nicht durch Bisse, sondern durch blitzschnelle Hiebe mit seinen messerscharfen Krallen. Es hat bereits Fälle gegeben, dass ein Luchs seine Beute mit Tatzenhieben gegen einen sich nähernden Hund verteidigt hat. Auch eine Luchsin mit Jungen würde sicher versuchen, einen Hund zu vertreiben – dieses Verhalten gegenüber Hunden ist aber auch bei Wildschwein-Bachen mit Frischlingen zu erwarten.

Andererseits können Hunde manchmal durchaus Interesse oder Neugier bei einem Luchs auslösen. Dies führt zu einer Annäherung, selbst wenn der Besitzer nicht allzu weit entfernt ist. Auch das Verhalten des Hundes bestimmt  darüber, wie sich solch eine Situation entwickelt. Wenn Sie solche Begegnungen von vornherein ausschließen wollen, nehmen Sie Ihren Hund im Wald an die Leine, so können auch andere Wildtiere vor Störungen geschützt werden.

Sollte sich ein Luchs nähern, dann sollte man sich langsam zurückziehen und dem Luchs nicht folgen. Es könnte sein, dass das Tier noch ein Stück hinterherläuft. Aber es gebe keinen Grund zur Panik, denn Luchse hätten keine Scheu vor den Menschen und würden nur  aus reiner Neugier folgen.